Auf den Spuren von Che Guevara

Von Havanna bis Guantanamo und zurück (Kuba)

Kuba verbindet man gemeinhin mit eleganten Oldtimern, karibischen Traumstränden, lateinamerikanischen Rhythmen, gutem Rum und den weltweit besten Zigarren.

Verklärende TV-Dokus zeichnen das nostalgische Bild einer heilen Gesellschaft auf einer sozialistischen Insel inmitten einer Welt des überbordenden Kapitalismus. Die Verklärung wird richtig deutlich, wenn Kubaner, die sich auf Touristen spezialisiert haben, nur dein Bestes wollen: Dein Geld!

So massiv und penetrant haben wir das in noch keinem anderen Land erlebt. Selbst die Time-Share-Drückerkolonnen auf den Kanaren waren zurückhaltender.

Auch im sozialistischen Kuba scheint in manchen Berufsgruppen nur der schnöde Mammon zu zählen.

Obwohl wir uns bemühen die positiven Seiten Kubas zu sehen, verbinden wir mit Kuba schmutzige Hotels mit unübersehbarem Reparaturstau, endlose Fahrerei durch langweilige Landschaft und immer gleiche Ortschaften.

Auch den perfekten Karibikstrand können wir nicht wirklich finden.

Die vielen Oldtimer werden schnell alltäglich und übrig bleibt die Tristesse der jahrzehntelangen Mangelwirtschaft.

In Erinnerung bleibt auch der Kontrast zwischen Arm und Reich.

Vor den großen Hotels leben die überwiegend schlanken Kubaner von der Hand in den Mund und drinnen gehen All-Inclusive-Touris mit überladenen Tellern zu ihrem Lieblingstisch und überlegen dabei, was sie sich als nächstes vom gut sortierten Büffet holen. All you can eat!

Gut für Kubaner, die hier ihren Arbeitsplatz haben und somit Zugang zu Trinkgeld, das in CUC (Peso Cubano Convertible) gegeben wird, der deutlich wertigeren der beiden Währungen.

Damit können sie bei den wenigen Supermärkten einkaufen, die Importwaren im Angebot haben.

Wir sind in der Hauptsaison auf Kuba und haben wegen der kurzfristigen Buchung ein Paket mit vorgegebenen Hotels genommen. Mit dem Mietwagen wird so ein Großteil der ganzen Insel erkundet.

In dieser Form würden wir das nicht mehr machen. Auch würden wir nicht mehr beim selben Internet-Reisebüro buchen.

Oftmals gibt es deutlich bessere Hotels in der direkten Nachbarschaft. Einige der hygienischen Enttäuschungen sind deshalb auch dem gebuchten Hotel-Paket dieses Anbieters, der sich als Kuba-Spezialist darstellt, zuzuordnen.

Die besseren Hotels in der Nachbarschaft verfügten über WiFi und Restaurants. Das WiFi auf Kuba ist kostenpflichtig (Reisepass wird verlangt), recht langsam und mehr oder weniger nur für E-Mail geeignet.

Die lange Fahrt von Havanna nach Santiago de Cuba lohnt nicht. Es ist eine endlose Fahrerei ohne landschaftliche Höhepunkte und durch immer gleiche Städte.

Besser wäre es, eine gute Woche mit dem Mietwagen in der Gegend um Havanna (Viñales-Tal etc.) zu verbringen, um dann nach Santiago de Cuba zu fliegen und von dort den Süden mit dem Mietwagen für eine weitere Woche zu erkunden.

Das beste Hotel unserer Kuba-Reise ist das Hotel Cubanacan Hostal del Rijo in Sancti Spiritus. Absolut sauber, große Zimmer, gute Küche, zuvorkommendes Personal!

Ein Lichtblick auf dem langen Weg von Havanna nach Santiago de Cuba.

Insgesamt sind die Kubaner ausgesprochen hilfsbereit. Fragen nach dem Weg zum Hotel oder einer Sehenswürdigkeit werden ausführlich und sehr präzise beantwortet.

Überraschend ist, dass praktisch jeder Fußgänger den Weg zum Hotel sehr genau beschreiben kann.

Nach dem Weg zum Hotel muss man manchmal fragen, da die Ausschilderung oftmals nicht vorhanden ist und ein GPS-Gerät nur mit Genehmigung eingeführt werden darf. Generell findet man sich auf Kuba als Selbstfahrer jedoch gut zurecht.

Kulturell interessierte Urlauber sollten überlegen, ob sie ihren Jahresurlaub nicht besser in einem anderen lateinamerikanischen Land verbringen.

Im mexikanischen Hochland kann man innerhalb weniger Tage deutlich mehr sehen. Günstiger ist Mexiko zudem.

Wer unbedingt Havanna erleben möchte, kann von Mexiko einen Abstecher machen oder von Mexiko über Havanna nach Deutschland fliegen.

Kuba in Bildern

„Warum geht der Kapitalismus viel eher unter als der Sozialismus? Weil der Sozialismus immer mindestens 100 Jahre hinterherhinkt.“
(unbekannt)