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Auf der Panamericana von Alaska bis Feuerland

Fahrzeugsuche

Wir wollen doch keinen Wohnlaster!


Vorbemerkung

Auch wir haben bei der Suche nach »unserem« Fahrzeug viele Berichte gelesen, wie andere Reisende vor uns zu ihrem Fahrzeug gekommen sind. Diese Berichte geben einem in schwierigen Phasen der erfolglosen Suche die Hoffnung, dass sich irgendwann doch noch ein passendes Fahrzeug finden wird. Wie sich nicht nur bei uns zeigt, geschieht das oft ganz unverhofft.


Der Messebesuch

Dem Ziel folgend, Reisen zukünftig zu jeder Jahreszeit individuell in Gebiete abseits des üblichen Tourismus unternehmen zu können, bedarf es eines dafür geeigneten Fahrzeugs.

Auf der spontan besuchten CMT in Stuttgart suchten wir deshalb nach winterfesten, allradgetriebenen Wohnmobilen, was mangels Angebot nicht sehr ergiebig war. In einer der letzten Hallen stand dann, eigentlich auf der Messe etwas deplaziert, ein Expeditionsfahrzeug mit Hubdach von Bischoff & Scheck – der Manitou.

Wie wahrscheinlich die meisten Besucher, besichtigten wir dieses Fahrzeug eher mit der inneren Einstellung einer Concorde-Besichtung im Technikmuseum Sinsheim, als mit irgendwelchen Kaufabsichten. Mit diesem Fahrzeugtyp konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel anfangen. Solche Fahrzeuge sind für Forscher oder Scheichs, nicht für Privatpersonen.

Wir interessieren uns für Wohnmobile!
Wir wollen doch keinen Wohnlaster!


Die Lernkurve

Eine solch eindruckvolle Begegnung bleibt natürlich nicht folgenlos und bei nächster Gelegenheit recherchiert man nach diesem Fahrzeugtyp im Internet. Schnell war klar, dass diese Fahrzeuge nicht nur für wochenlange Wüsten-Expeditionen in der absoluten Einsamkeit geeignet sind, sondern dank starker Heizung auch für die kalten unwirtlichen Gegenden dieses Planeten.

Fast so schnell wurde uns klar, dass die Firma UNICAT auf diesem Gebiet weltweit führend zu sein scheint. Noch schneller wurde die Lernkurve hinsichtlich der Kosten für ein fabrikneues Expeditionsmobil der Spitzenklasse durchlaufen. Die recherchierten Preise bändigten die ersten Anzeichen von Interesse.


Die Recherche

Die zeitaufwändige Suche nach geeigneten Allrad-Wohnmobilen blieb erfolglos. Wie zufällig, wurden von uns gleichzeitig auch immer mehr Hersteller von Expeditionsfahrzeugen und dazu passende traumhafte Reiseziele mit Abenteuercharakter entdeckt.

Vereinzelt gab es auch Gebrauchtfahrzeuge zu kaufen, wobei das Angebot sehr überschaubar war.

Die angebotenen Selbstbau-Fahrzeuge, teilweise auf sehr alten Fahrgestellen, konnten uns nicht wirklich überzeugen. Außerdem: Wer hilft einem bei späteren Problemen mit dem Selbstbau-Fahrzeug? Gibt es Pläne? Gibt es noch Ersatzteile? Erste Telefonate wurden geführt. Recherche, Recherche, Recherche und warten, was sich am Markt tut. Es tat sich nichts – zumindest fast nichts.

Wohnmobile sind nicht mehr interessant.
Wir wollen einen Wohnlaster!


Die Entscheidung

Ein bereits länger unter unserer Beobachtung stehendes und von privat angebotenes Fahrzeug des Herstellers Action Mobil wurde besichtigt.

In dem Bestreben unsere fehlenden Fachkenntnisse durch Sorgfältigkeit zu kompensieren, beantwortete der Besitzer geduldig viele Fragen beim Abarbeiten unserer mehrseitigen Checkliste.

Von uns wurde eine ToDo-Liste für die nach einem Kauf durchzuführenden Arbeiten erstellt. Zeitlich stark eingespannt stellte sich die Frage, ob wir uns diese Arbeiten wirklich aufbürden sollten. Zwei Wochen nach der Besichtigung hatten wir uns – mangels wirklicher Alternativen – für das Fahrzeug entschieden. Das unsichere Gefühl blieb! Rückblickend betrachtet, war es einfach nicht »unser« Fahrzeug.

Vor einer endgültigen Zusage sollten in den nächsten paar Tagen noch einige Punkte geklärt werden.


Die lange Nacht

Dann ging alles ganz schnell. Obwohl wir uns gerade für ein Fahrzeug entschieden hatten und erst am Wochenende nochmals alle bekannten Webseiten nach Alternativen durchforstet hatten, entdecken wir dienstags zufällig auf mobile.de ein gebrauchtes, aber komplett renoviertes UNICAT-Expeditionsfahrzeug. Auf der UNICAT-Website nachgeschaut – tatsächlich – UNICAT bietet ein gebrauchtes UNICAT Expeditonsfahrzeug an. Wo kommt das so plötzlich her!?

Gleich für Mittwoch einen Termin mit dem GF Thomas Ritter vereinbart. Informatives und nettes Gespräch, beeindruckende Firma, beeindruckende Produkte. Während und nach der Rückfahrt wurde das Thema bis 3:30 Uhr Nachts von allen Seiten beleuchtet. Durch die monatelangen Recherchen wussten wir inzwischen auch recht genau, was wir wollten. Uns war klar, dass dieses Fahrzeug innerhalb von Tagen verkauft sein könnte. Weiterhin hatten wir den Hersteller und Marktführer in nicht einmal 100km Entfernung als kompetenten Ansprechpartner für zukünftige Wartungsarbeiten.

Gleich am Donnerstag riefen wir bei UNICAT an und sagten zu. Freitags vorort den Kaufvertrag unterschrieben und die noch durchzuführenden Arbeiten besprochen. Samstags dem Verkäufer des Action Mobil abgesagt.

Wir haben unseren Wohnlaster!



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