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Auf der Panamericana von Alaska bis Feuerland

La Carrera Panamericana 2009
San Miguel – Querétaro – Dolores Hidalgo – Pozos (Mexiko)
01.08.2009 – 31.10.2009

La Carrera Panamericana ist die wohl härteste Speed-Rallye der Welt, die in sieben Tagen etwa 3.500 km durch drei von vier Klimazonen Mexikos führt.

In hochgerüsteten Renn-Oldtimern rasen etwa 100 Teams von Huatulco im tropischen Süden, über Oaxaca, Ciudad de México, Querétaro, San Luis Potosi, Guadalajara, Zacatecas bis in den Norden zur Grenzstadt Nuevo Laredo.

So stellt die La Carrera Panamericana auch in diesem Jahr wieder höchste Anforderungen an Mensch und Maschine!

Querétaro: Die ersten Teams kommen durchs Ziel. Hier ein Oldsmobil.

Das legendäre Rennen findet erstmals 1950 zur Eröffnung des mexikanischen Abschnitts der Panamericana statt.

Wer auf der Panamericana unterwegs ist, darf sich dieses Spektakel einfach nicht entgehen lassen.

Und so interessieren wir uns für das Rennen und die tollkühnen Männer (und Frauen) in ihren fliegenden Kisten.

Von San Miguel de Allende ist der nächstgelegene Punkt der diesjährigen Strecke im ca. 65 km entfernten Querétaro.

Zuvor stehen jedoch noch einige Feste im Kalender.

Es lebe Mexiko! Morgen feiern wir den Unabhängigkeitstag!

Die Geschichtsbücher des mexikanischen Unabhängigkeitkampfes räumen San Miguel einen prominenten Platz ein, und so hat der Unabhängigkeitstag hier eine ganz besondere Bedeutung.

Schon am Vorabend feiert man am Jardin mit Feuerwerk und dem berühmten El Grito, mit dem der Pfarrer Miguel Hidalgo vor 199 Jahren den Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier ausrief.

Unabhängigkeitstag: Miguel Hidalgo trägt die Fahne mit dem Bildnis der Virgen de Guadalupe

Pfarrer Miguel Hidalgo marschierte damals mit seinem Gefolge vom nahegelegenen Dolores zum Kloster Atotonilco und weiter nach San Miguel, um sich hier mit Ignacio Allende und seinen Leuten zu vereinen.

Die Ankunft der Unabhängigkeitskämpfer wird alljährlich durch einen traditionellen Marsch mit Reitern und Fußvolk in historischen Kostümen nachgestellt.

Unabhängigkeitstag

Nicht weniger spektakulär sind die Gedenkfeiern zu Ehren des San Miguel Arcángel (Erzengel Michael) am 29. September, dem Schutzpatron der Stadt.

Am darauffolgenden Samstag wird um 4:00 Uhr früh (!) ein gigantisches und ohrenbetäubendes Feuerwerk von beiden Seiten des Jardin abgefeuert.

Von der Parroquia schießen Feuerwerkskörper mitten in die Menschenmenge (siehe unten: Video »La Alborada«), starker Pulvergeruch liegt in der rauchgeschwängerten Luft, es ist unbeschreiblich laut, imposant, beispiellos und die endlose Ballerei wirkt eigentümlich schön.

Sechzig Minuten dauert dieses krachende Schauspiel. Eine Anregung fürs nächste Stadtfest – morgens um 4:00 in Deutschland.

Gegen 6:00 Uhr fallen wir ins Bett – der Spanischkurs um 9:00 fällt aus.

Los Danzantes

Dafür gehen wir nachmittags zum bunten Umzug, bei dem liebevoll geschmückte Tänzer in traditioneller Aufmachung die verschiedenen indigenen Stämme der Umgebung repräsentieren (siehe auch Video »Los Danzantes« und Fotogalerie Los Danzantes link.jpg).

Viele der Tänzer geraten dabei förmlich in Trance, was bei der langen Anstrengung und den Temperaturen nicht verwunderlich ist.

Querétaro: Templo de Santa Rosa de Viterbo

Die La Carrera Panamericana hat begonnen und wir fahren nach Querétaro link.jpg, einer Großstadt mit herausragender geschichtlicher Bedeutung und seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe.

Das koloniale Stadtzentrum ist sehr gepflegt und gilt als relativ sicher. Viele deutsche Firmen haben sich in Querétaro angesiedelt.

Querétaro: La Casa de la Marquesa

Wir besichtigen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Querétaro, darunter eindrucksvolle Kirchen, hübsche Plätze und den knapp 1300 m langen Aquädukt von Querétaro, der die wasserarme Stadt seit 1738 mit Wasser versorgt.

Die La Casa de la Marquesa – einst nobler Stadtpalast einer angesehenen Familie – ist heute ein stilvolles Hotel, das man sich unbedingt von innen ansehen sollte.

Benzin liegt in der Luft! Es ist 17:00, die offizielle Ankunftszeit der La Carrera Panamericana am Templo San Francisco.

Querétaro: Zieldurchfahrt der »La Carrera Panamericana 2009«

Arco de Lledgada nennt man das rote aufblasbare Tor, das als Ziel der heutigen Etappe durchfahren wird.

Unser Spitzenplatz direkt am Absperrgitter verspricht beste Sicht auf die nahe Zieldurchfahrt.

Das denkt sich eine kleine Gruppe von Organisatoren auch und stellt sich auf der anderen Seite des Gitters direkt in unser Blickfeld.

So wird das nichts mit Fotos – es nervt! Platzwechsel!

Querétaro

Entlang der Straße sind überall Zuschauer und ein guter Platz ist nicht mehr zu finden.

Wir stehen gerade am Ende der Absperrung, als sich ein Offizieller an uns vorbei durch die Menschenmenge in Richtung Straße quetscht.

Der will vor das Gitter! Ehe wir uns versehen, gelangen wir in seinem Windschatten in den abgesperrten Bereich am Ziel.

Endlich mehr Platz, bessere Sicht und mittendrin!

Direkt neben uns stehen Organisatoren, auf der anderen Seite das Fernsehen, rechts und links der Straße die Absperrgitter, dahinter die Zuschauer.

… und noch mal der Volvo

Man sieht uns, aber man schickt uns nicht weg. Was die wohl denken, wer wir sind?

Die Wertungsprüfungen waren außerhalb der Stadt und die Fahrzeuge kommen nacheinander durch das vielleicht 15 m entfernte Ziel.

Hostessen auf jeder Fahrbahnseite verleihen Fahrer und Beifahrer eine hübsche Medaille für das erreichte Tagesziel.

Zwischen dem Ende der Absperrung und dem Nachtplatz der Fahrzeuge bildet sich eine immer enger werdende Menschengasse, die Teams werden wie Helden begrüßt und den hupenden Fahrzeugen wird – stellvertretend für die unerreichbare Schulter der Besatzung – auf Dach oder Kotflügel geklopft.

Querétaro: Ein offener Mercedes aus Stuttgart bei der Übergabe der Medaillen

Auch Süddeutschland hat seine Helden geschickt und so begegnen uns mitten in Mexiko nicht nur die allgegenwärtigen VW-Käfer, sondern auch Porsche und Mercedes aus Stuttgart, Balingen und Starnberg.

Mehr und mehr Zuschauer drängen im abgesperrten Bereich nach vorne, so dass wir lieber zu den bereits geparkten Boliden gehen, um noch einige Bilder zu machen.

Viele Fahrzeuge wurden vom Team schon verlassen, während engagierte Teams ihre Fans noch mit Autogrammen beglücken und sich mit interessierten Zuschauern unterhalten.

Querétaro: Alexandra und Thomas vor ihrem Mercedes

Hier treffen wir auch Alexandra und Thomas link.jpg an ihrem schwarzen Mercedes 280 SE mit Startnummer 382, deren Internetseite wir schon vorher entdeckt und das Blog verfolgt hatten.

Nach einer netten Unterhaltung schauen wir noch die anderen Fahrzeuge an und machen uns zügig auf den bereits dunkel werdenden Heimweg.

Dolores Hidalgo: Hier hat Pfarrer Hidalgo mit dem »Schrei von Dolores« zum Unabhängigkeitskampf aufgerufen.

Eine Tagestour führt uns in das Städtchen Dolores Hidalgo und zur Kirche von Pfarrer Miguel Hidalgo, der hier mit dem Grito de Dolores (Schrei von Dolores) im Jahre 1810 den Unabhängigkeitskampf ausrief.

Wir besuchen das Museo de la Independencia Nacional, welches Bilder, Dokumente und weitere Gegenstände des Unabhängigkeitskampfes ausstellt.

Kloster Atotonilco

Unser Rückweg führt uns am Kloster Atotonilco vorbei, aus dem sich Hidalgo damals die Kirchenfahne mit dem Bildnis der Virgen de Guadalupe (Jungfrau von Guadalupe) link.jpg holte, bevor er nach San Miguel weitergezogen ist.

Eine andere Tour bringt uns in den 60 km entfernten Minenort Mineral de Pozos, der mit bis zu 80.000 Einwohnern und über 300 aktiven Minen einst zu den vier wichtigsten Städten im Staat Guanajuato gehörte.

Mineral de Pozos: Fast ausgestorben

Bis in die 1950er Jahre verkam Pozos zu einer Geisterstadt mit nur noch 200 Einwohnern.

Nachdem Pozos zum National Monument erklärt wurde, setzte ein kleiner Aufschwung ein, so dass der Ort heute angeblich wieder über 2000 Bewohner zählt.

Der Besuch von Pozos ist eine Zeitreise ins vorletzte Jahrhundert, das gleich am Ortseingang beginnt.

Hier tauscht der Zeitreisende das glatte Asphaltband der Neuzeit in das raue Kopfsteinpflaster der kolonialen Vergangenheit.

Die hellen Gebäude unterstreichen die Tristesse eines verlassenen Ortes.

Mineral de Pozos

Welch ein Kontrast zu den farbenfrohen Fassaden und dem bunten Leben in Guanajuato, San Miguel de Allende und Dolores Hidalgo, mit denen Pozos einst in einem Atemzug genannt wurde.

2000 Einwohner soll der Ort haben!

Wo sind die nur? Farbe holen?


Am ersten November feiert Mexiko den berühmten Día de los Muertos (Tag der Toten). Zwei Bilder der Vorbereitungen sind in der Bildergalerie (s.u.) dieses Berichts. Mehr Bilder und Infos vom Día de los Muertos folgen dann im nächsten Bericht.


Bildergalerie

Zum Vergrößern auf eines der folgenden Bilder klicken. In der Großansicht blättert ein Klick in die rechte Bildhälfte vorwärts und ein Klick in die linke Bildhälfte rückwärts.

Es lebe Mexiko! Morgen feiern wir den Unabhängigkeitstag!Unabhängigkeitstag: Logenplatz direkt über der ParadeUnabhängigkeitstag: Miguel Hidalgo trägt die Fahne mit dem Bildnis der Virgen de GuadalupeUnabhängigkeitstag: Die Menschen folgen Miguel Hidalgo auf seinem WegUnabhängigkeitstagUnabhängigkeitstag: Bewaffneter ReiterUnabhängigkeitstag: Bewaffneter ReiterUnabhängigkeitstag: Eine Gruppe von Reitern am Jardin in der AbendsonneGedenktag für Erzengel Michael: Warten auf die Tänzer (Los Danzantes)Los DanzantesLos Danzantes: Olga ist auch dabeiLos Danzantes: Barfuss …Los DanzantesLos DanzantesLos DanzantesLos Danzantes: Lecker …Los DanzantesLos DanzantesLos DanzantesEine »Schwarze Witwe« in unserem Holzkohlesack.Ein Schwefeltyrann vor unserem Fenster. Man kann sehen, dass durchs Fliegengitter fotografiert wurde.La Aurora: Ehemaliges Fabrikgelände, welches heute Galerien, Shops und Ateliers beherbergt.La AuroraLa AuroraSan Miguel de Allende: Panoramablick vom AussichtspunktIn den Straßen von San MiguelIn den Straßen von San MiguelDer Eingang zur Bibliotheca Publica in San MiguelIn San Miguel unterwegsQuerétaro: Templo de Santa Rosa de ViterboQuerétaro: Hier gibt es viele deutsche FirmenQuerétaro: La Casa de la MarquesaQuerétaro: La Casa de la MarquesaQuerétaro: Schuhputzer bei der ArbeitQuerétaro: Templo San FranciscoQuerétaroQuerétaro: Früh übt sich, wer Statue werden willQuerétaro: Fußgängerzone mit Shops und RestaurantsAquädukt von QuerétaroQuerétaro: Zieldurchfahrt der »La Carrera Panamericana 2009«QuerétaroQuerétaro: Die ersten Teams kommen durchs Ziel. Hier ein Oldsmobil.Querétaro: Ein Volvo aus USA …… und noch mal der VolvoQuerétaro: Ein Porsche aus MexikoQuerétaro: Ein Alfa aus BalingenQuerétaro: Ein offener Mercedes aus Stuttgart bei der Übergabe der MedaillenQuerétaro: Alexandra und Thomas im Mercedes 280 SEQuerétaro: Alexandra und Thomas vor ihrem MercedesQuerétaro: Keine Ahnung wo die Finnen hin wollen, aber nach Acapulco führt das Rennen nicht.Querétaro: Das einzige weibliche Team fährt im Porsche aus BalingenQuerétaro: Schön war es!Dolores Hidalgo: Hier hat Pfarrer Hidalgo mit dem »Schrei von Dolores« zum Unabhängigkeitskampf aufgerufen.Dolores Hidalgo: Innenansicht der Kirche von Pfarrer Hidalgo.Dolores Hidalgo: Statue von Hidalgo, im Hintergrund seine Kirche.Dolores Hidalgo: Souvenirläden für TouristenDolores Hidalgo: Ein Schuhputzer wartet auf KundschaftDolores Hidalgo: Das Wandgemälde zeigt HidalgoDolores Hidalgo: Wie der Unabhängigkeitskampf begann: Dolores » Atotonilco » San MiguelKloster AtotonilcoKloster Atotonilco: Die Deckengemälde werden gerade restauriertMineral de Pozos: Fast ausgestorbenMineral de PozosMineral de PozosMineral de Pozos: Hier wächst das Gras an den OberleitungenSan Miguel: Vorbereitungen zum »Día de los Muertos« (Tag der Toten)San Miguel: Vorbereitungen zum »Día de los Muertos« (Tag der Toten). Ein Altar wird aufgebaut



Videos

Die Reisevideos La Alborada und Los Danzantes sind in San Miguel de Allende entstanden.

Unterbricht ein Video öfters zum Nachladen, einfach auf Pause drücken, das Video ganz laden lassen und dann wieder auf Start drücken.

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:!: Informationen für Reisende

Weiterführende Informationen (GPS-Daten, Reisetipps etc.) zu diesem Reisebericht befinden sich in den Landesinformationen.

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»Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden
und mit unglaublicher Gewalt daherfahren.«
(Leonardo da Vinci, 1452-1519)


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