Festplatten im Reisemobil

Offroadtaugliche Datenspeicher mit Stoßdämpfung

Vorbemerkung / Update 2016

Wir haben uns im Jahr 2007 für externe 3.5″ Festplatten entschieden, da die damals verfügbaren 2.5″ Festplatten zu geringe Kapazität hatten.

Dies hat sich inzwischen grundlegend geändert und für die durchschnittliche Nutzung werden mobile Festplatten mit ausreichenden Kapazitäten angeboten.

Auch wir verwenden seit einigen Jahren kleine externe Festplatten (paarweise wg. Spiegelung) und spiegeln wichtige Daten zusätzlich mit den fest eingebauten 3.5″ Festplatten. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit den USB-Festplatten My Passport von WD (Western Digital) gemacht. Bisher ist noch keine der Platten gestorben, wobei die erste aus 2008 stammt!

Aktuell (2016) nutzen wir hauptsächlich ein gespiegeltes Paar My Passport mit 4 TB / USB 3.0. Für das inzwischen schon etwas ältere Notebook (USB 2.0) wurde dafür ein StarTech.com 2 Port ExpressCard SuperSpeed USB 3.0 Card Adapter angeschafft, um die Daten schneller spiegeln zu können.

Der Einbau von 3.5″ Festplatten kann auch heute noch sinnvoll sein, wenn man 3.5″ Festplatten übrig hat. In den Tiefen des Technikfachs verbaute Festplatten haben den Vorteil, dass sie bei einem Einbruch nicht so einfach gefunden werden. So bleibt einem zumindest eine Datensicherung, wenn das Notebook und die externen Festplatten gestohlen werden.

Deshalb lassen wir diese Webseite noch vorübergehend online.

Allgemein

Aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen wollen wir uns nicht nur auf die im Notebook eingebaute Festplatte verlassen. Es mussten also zusätzliche externe USB Festplatten ins Fahrzeug eingebaut werden. Gerade bei längeren Reisen ist nach sorgfältiger Überlegung doch mehr Speicherplatz erforderlich, als zunächst vermutet.

Welche Art von Daten sollen gespeichert werden?

  • neue Fotos von unterwegs
  • neue Videos von unterwegs
  • Datensicherung der Notebooks mit modifiziertem Generationenprinzip
  • Images von Windows & Treibern. Für Neuinstallationen sollten besser auch vorbereitete CDs/DVDs bzw. ein USB-Stick für die Installation dabei sein!
  • Images der wichtigsten Programme, falls Neuinstallation erforderlich
  • die unverzichtbare Musik aus der eigenen Sammlung als MP3
  • genügend freier Speicherplatz zum Umkopieren von Daten
  • sonstige Daten

Grundsätzliche Überlegungen

  • es sollen zwei Festplatten gespiegelt werden (z.B. mit FreeFileSync.org)
  • Verschlüsselung aller Daten mit Truecrypt
  • fester Einbau im Fahrzeug, damit die HDDs »aufgeräumt« sind
  • dennoch einfacher Ein-/Ausbau, falls Mitnahme erforderlich
  • USB-Buchse und Schalter am Panel, damit beliebiger Einbauort im Technikfach möglich
  • Einbau mit erschütterungs- und stoßgedämpfter Lagerung

Anforderungen an die Festplatten-Hardware

  • echter Ein-/Ausschalter, der die Stromversorgung schaltet (also kein Taster), damit sich die Festplatte bei Stromzufuhr über einen Panelschalter auch einschaltet
  • Separates Netzteil: primär 100-240 VAC / sekundär: 12 VDC. So kann der Betrieb mit 12 VDC im Fahrzeug oder weltweit mobil am Stromnetz erfolgen
  • Metallgehäuse zur Abschirmung wegen dem Einbau ins Technikfach
  • möglichst kompakte Bauform
  • geräuscharm, möglichst lüfterlos
  • USB 2.0 mit Highspeed

Welche Festplatte erfüllt alle Kriterien?

Aus den technischen Datenblättern der Hersteller geht meist nicht hervor, ob die Festplatte einen echten Ein-/Ausschalter besitzt und das Netzteil an einer Netzteilbuchse am Festplatten-Gehäuse mit 12 VDC angeschlossen wird.

Wegen der zum Kaufzeitpunkt begrenzten Speicherkapazität der 2.5″ HDDs (max. 160 GB), fiel die Wahl auf 3.5″ Desktop-HDDs. Bei der alle Kriterien erfüllenden Modellreihe von Freecom hatte die Speicherkapazität der Modelle von 160 – 500 GB keinen Einfluss auf die Gehäusegröße. Deshalb entschieden wir uns für das Modell mit 500 GB.

Vorüberlegungen zum Einbau

Die Festplatten sollen im Technikfach an einer freien Stelle direkt auf die Bodengruppe montiert werden. Um aufwändige Konstruktionen zu vermeiden, soll die Stoßdämpfung zwischen Festplatte und Boden angebracht werden.
Die Stoßdämpfung muss also stabil genug sein, um das Gewicht der Festplatte zu tragen, andererseits elastisch genug, um die Energie von Erschütterungen und Stößen in allen Raumrichtungen zu absorbieren. Dabei muss bedacht werden, dass sich die lüfterlose Festplatte über das Gehäuse kühlt, also nicht flächendeckend »in Watte« gepackt werden darf. Weiterhin soll die Festplatte für den mobilen Einsatz einfach aus- und einzubauen sein.

Letztlich hat sich die folgende, konstruktiv recht einfache und preiswerte Lösung ergeben. Die Praxis wird zeigen, ob diese Lösung langfristig tauglich ist. Die verwendete Rohrisolation kann bei Ermüdungserscheinungen jedoch schnell und kostengünstig ausgetauscht werden.

Erschütterungs- und stoßgedämpfter Einbau

Die Stoßdämpfung besteht aus folgenden Komponenten:
• Klebefüße (Baumarkt)
• Gartenschlauch ½“ (Baumarkt)
• Gurtband B:25mm (Baumarkt)
• Ösen, Innendurchmesser ca. 5mm (Baumarkt)
• Schrauben, die durch die Ösen passen (Baumarkt)
• PE-Rohrisolation ca. d=50mm/Öffnung ca. d=25mm (Baumarkt)
• Klemmschlossgurte L:50cm/B:20mm, z.B. von Fasty (siehe AUBU AG)

Durch die Öffnung der Rohrisolation wird ein Stück ½“ Gartenschlauch geführt, durch den der obere Spanngurt um die Festplatte läuft. Die Länge von Rohrisolation und Gartenschlauch ist etwas kürzer, als die Festplatte breit ist. Sind Rohrisolation und Schlauch zu lang, liegt der Spanngurt seitlich nicht mehr richtig an der Festplatte an.

Ein weiterer Gurt wird unterhalb des Schlauchs nur durch die Rohrisolation (NICHT durch den Schlauch!) geführt und sehr knapp rechts und links der Rohrisolation durch vorher in den Gurt eingenietete Ösen am Fahrzeugboden verschraubt. Die Kühlung der Festplatte bleibt gewährleistet, da die Rohrisolation wenig Fläche verdeckt und für einen großen Abstand zum Boden des Technikfachs sorgt, der die Luftzirkulation begünstigt.
Die transparenten Klebefüße an der Oberseite der Platte hindern die Spanngurte bzw. die Festplatte am Verrutschen.

Kosten

Materialwert ca. 20 EUR für 2 Festplatten (natürlich ohne Festplatten), Zeitaufwand ca. 2 Std.

Crashtest

Falltests aus ca. 15cm Höhe haben Dämpfung und Festplatte nicht sonderlich beeindruckt.

Minusgrade

Beim unbeheizten Überwintern des Fahrzeugs sollten Festplatten ausgebaut werden. Wird das Fahrzeug frostfrei überwintert, können die Festplatten normalerweise im Fahrzeug verbleiben. In jedem Fall muss der spezifizierte Temperaturbereich der verwendeten Festplatte beachtet werden.

Praxiserfahrung

Die Festplatten sind nun seit 45.000 km im Einsatz. Bisher sind keinerlei Probleme aufgetreten. Lediglich die Klemmschlossgurte wurden etwas nachgespannt, da diese sich geringfügig gelockert hatten, was jedoch völlig unkritisch war.

Einbau Festplatten ins Reisemobil

Nachfolgend einige Fotos rund um den Einbau unserer Festplatten mit Stoßdämpfung in das Fahrzeug.

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(Unbekannt)