Mariposa Monarca – Naturwunder Monarchfalter

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Sierra Chincua, Pátzcuaro, Paracho

Der bezaubernde Monarchfalter (Mariposa Monarca) ist ein berühmter Wanderfalter, der leicht an seiner orangenen Grundfarbe und der schwarz-weißen Zeichnung zu erkennen ist.

Zum Überwintern zieht er von den Großen Seen in Kanada/USA an einen der wenigen Überwinterungsplätze in die ca. 3.000 m hochgelegenen Wälder der Sierra Nevada in den mexikanischen Bundesstaaten México und Michoacán.

Erreichen die Mariposa Monarca Anfang November eine der etwa 30 Überwinterungskolonien auf dem vulkanischen Hochplateau, haben viele eine Strecke von mehr als 3.500 km zurückgelegt!

Im letzten Februar/März zogen ihre Vorfahren über mehrere Generationen gegen Norden.

Keiner der im Herbst ankommenden Monarchfalter war jemals zuvor in Mexiko und findet die insgesamt 5-10 ha großen Überwinterungsplätze ganz ohne GPS. Ein unglaubliches Phänomen!

Vom Besuch einer Überwinterungskolonie in der Sierra Chincua später mehr.

Im Januar erreichen Lacey & Luis in ihrem Toyota Geländewagen den Campground. Die beiden wollen bis Dezember nach Ushuaia.

Mit unseren neuen Nachbarn sind wir öfters unterwegs oder sitzen abends auf ein Glas Wein zusammen.

Lacey gefällt Bärbels selbstgemachter Schmuck, so dass auch sie, wie schon einige andere Nachbarinnen, mit Bärbel zur Schmuckklasse geht.

Einmal mehr werden aus geplanten drei Tagen ganze drei Wochen.

Glenna & Rod organisieren eine kostenlose Führung in der Glasfabrik.

Neben Glaslager und Fabrikverkauf stellt eine Aussichtsplattform in der Produktionshalle den Höhepunkt der Tour dar.

Wie in einem Ameisenhaufen wuseln die vielen Arbeiter scheinbar unkoordiniert durcheinander.

Der Hinweis auf den hauseigenen Verkaufsladen beendet den halbstündigen Rundgang.

Eine der bekanntesten mexikanischen Pilgerreisen führt jedes Jahr im Januar zur Kathedrale Maria von San Juan de los Lagos nach San Juan de los Lagos (Jalisco).

Tausende Pilger campen für eine Nacht in San Miguel de Allende und verlassen den Ort am 24.01.2010 gegen 7 Uhr früh, um sich auf die dritte Tagesetappe der neuntägigen Wallfahrt zu machen.

Mit Lacey & Luis begleiten wir die Pilger auf einer etwa 7 km langen Teilstrecke.

Die Pilger marschieren zügig, sie singen religiöse Lieder und in dem endlosen Menschenstrom sind alle Altersgruppen vertreten.

Entlang der Straßen verteilen freigiebige Anwohner kostenlosen Kaffee, Wasser, Essen oder sonstige Knabbereien an die weitreisenden Pilger.

Der Höhepunkt der heutigen Etappe ist die Überquerung des Flusses Río Laja, der den Stausee nahe San Miguel speist.

Anja & Wolf mailen von der Baja California. Sie können unseren Bekannten Uwe nicht erreichen, den wir auf der Website für Schweißarbeiten empfehlen.

Der Rahmen ihres Fahrzeugs hat einen Riss und muss repariert werden. Wir stellen den Kontakt her und einige Tage später steht der Toyota frisch geschweißt bei uns auf dem Platz.

Seit neun Monaten sind die beiden die ersten deutschen Reisenden.

An Karneval zerschlagen sich Kinder mit Konfetti und undefinierbarem Staub gefüllte Eier auf den Köpfen.

Tütenweise werden die Eierbomben an kleinen Ständen am Jardin verkauft.

Derart heimtückisch und unvermittelt sind die »Überfälle«, so dass Fotos vom Einschlag kaum machbar sind. Die weißgrauen Haare werden heute garantiert noch gewaschen.

Christine & Hans aus Österreich sind für einige Tage in San Miguel de Allende. Wir kennen uns von der Südspitze der Baja California aus Cabo San Lucas.

Die beiden sind auf dem Weg nach Norden, da sie in ein paar Wochen ihr Wohnmobil von Baltimore (USA) nach Deutschland verschiffen werden.

Und schon wieder kommt eine E-Mail, bei der es um Uwe geht. Nicole, Lothar und Marissa wurden auf der Autobahn von Uwe »ausgebremst«. Das D-Schild am amerikanischen Camper hat sie verraten!

Sie stammen, wie auch Uwe, aus der Gegend um Mundelsheim. Uwe »verrät« unseren Standort und so treffen wir erstmals Panamericana-Reisende aus unserer Region. Die drei kommen gerade von den Monarchfaltern, die wir uns übermorgen ansehen möchten.

Arturo Morales ist ein Kenner der Monarchfalter (Mariposa Monarca), an dessen informativem Vortrag wir schon im Januar teilgenommen haben. In Tagestouren bringt er kleine Gruppen von San Miguel in die Sierra Chincua, die nördlich von Angangueo liegt.

Wir nehmen jedoch einen Mietwagen, düsen früh los und erreichen nach etwa 3.25 Stunden das 200 km entfernte Angangueo. Von den heftigen Regenfällen in Angangueo hatten wir gehört.

Sieht man die weggespülten Straßen und die zerstörten Häuser mit eigenen Augen, wird aus einer emotionslosen Wetterinformation eine tiefe persönliche Betroffenheit.

Man blickt Bewohnern in die Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küchen, weil Außenwände von den Wassermassen weggerissen wurden. Die ansteigende Ortsdurchfahrt ist zu großen Teilen eine grottenschlechte Piste. Überall liegen Geröll und weggespülte Häuserreste!

Etwa 8 km nördlich von Angangueo erreichen wir unser Ziel, auf dessen Parkplatz genau ein PKW und ein deutsches Wohnmobil stehen.

Da wir den weiten Weg zu den Schmetterlingen nicht zu Fuß gehen wollen, nehmen wir zwei Pferde.

Unterwegs kreuzen vereinzelte Monarchfalter und die Deutschen unseren Weg, und nach einer knappen Stunde sind wir kurz vor unserem Ziel.

Führer bringen uns noch einige Minuten zu Fuß bergab und unzählige Mariposas sind in den Sträuchern, Bäumen und in der Luft zu sehen.

Überall Paaren sich Schmetterlinge und unsere Führer meinen grinsend, dass das drei Tage so geht.

Weiter unten am Wasser sind noch mehr Schmetterlinge! Fast eine Stunde halten wir uns hier auf, bevor wir wieder zurückreiten.

Wir sind so gut in der Zeit, dass wir uns die eingeplante Übernachtung sparen und gleich nach San Miguel zurückfahren.

Am nächsten Tag besuchen wir mit Nicole, Lothar und Marissa den abgelegenen Ort La Huerta.

Südlich von San Miguel geht es vor der Staumauer über einen mehrere Kilometer langen Feldweg dem Fluss entlang.

In La Huerta steht einer der dicksten Bäume von Mexiko mit fast 8 m Durchmesser.

Es ist eine Mexikanische Sumpfzypresse (Taxodium mucronatum), die auch Montezuma-Zypresse genannt wird.

Ein Ausflug bringt uns nach Pátzcuaro im Bundesstaat Michoacán, der alten Hauptstadt der Tarasken.

Pátzcuaro wurde Anfang des 14 Jh. in den Hügeln über dem Pátzcuaro-See gegründet und die Gegend ist für ihr traditionelles Kunsthandwerk (Tonwaren, Kupfer, Keramik, Holzschnitzereien, Körbe, Gitarren) berühmt.

Wir haben uns für das La Parroquia Hotel entschieden, ein Juwel aus kolonialer Vergangenheit und im Herzen von Pátzcuaro gelegen.

Noch ist es ruhig in der Stadt und die Zimmerpreise sind moderat, da Palmsonntag erst in ein paar Tagen ist.

Wir bummeln durch die Geschäfte der beiden Hauptplätze, besuchen die Bibliotheka Pública, das ehemalige Nonnenkloster, verschiedene Kirchen, den Markt und die La Basilica.

Am nächsten Morgen fahren wir zu einem Aussichtspunkt direkt am Pátzcuaro-See. Wir wollen uns die Insel Janitzio und das Morelos Denkmal nur aus der Ferne ansehen, da sich Besuch der Insel nicht lohnen soll.

Lieber fahren wir zum etwa 30 m hohen Wasserfall Cascada de Tzaráracua, der südlich von Uruapan liegt.

Während der Abstieg zum Wasserfall eine Entspannung darstellt, gestaltet sich der lange Aufstieg in der Mittagshitze recht mühsam.

Das Tarasken-Städtchen Paracho ist für seine traditionelle Herstellung von Gitarren bekannt.

An halbfertigen Gitarrenteilen erklärt der erste Ladenbesitzer, wie er seine handgefertigten Gitarren baut. Scheinbar kann er das, ohne Spuren auf dem spanfreien Werkstattboden zu hinterlassen! Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Vor einem Gitarrengeschäft fällt uns dieser Kleinlaster auf, aus dem Gitarren ausgeladen werden.

Ein neugieriger Blick in den Laderaum bringt weit über 100 Gitarren zum Vorschein, die, sobald sie im Verkaufsraum sind, garantiert vom Ladeninhaber handgefertigt wurden.

Gegenüber der spanfreien Werkstatt kauft ein Mexikaner aus Paracho eine Gitarre für seinen Sohn.

Bei der netten Unterhaltung erfahren wir, dass 7-8 der Traditionsbetriebe nur noch die Gitarren einer einzigen Firma verkaufen. Das erklärt den Lieferwagen und die spanfreie Werkstatt von gegenüber!

Jesús, Ladenbesitzer und diplomierter Gitarrenbauer, schwärmt vom Besuch von Carlos Santana vor drei Jahren. Ja, er hat ihn gleich erkannt! Aus einem handgemachten Gitarrenkoffer holt er eine baugleiche Gitarre, wie sie auch Carlos Santana gekauft hat.

Es ist eine wunderschöne halbakustische Gitarre mit hervorragendem Klang, deren Sonderpreis jedoch deutlich über dem angepeilten Rahmen liegt.

Wir schauen uns einige Instrumente an, landen schließlich wieder bei der »Santana«-Gitarre und nach zähem verhandeln akzeptiert Jesús unser Angebot.

Vom Erinnerungsfoto versprechen wir einen Abzug und Jesús erzählt, dass er seine handgefertigten Gitarren in die ganze Welt liefert.

Ob Carlos Santana wirklich auf dem blauen Stuhl saß, ist nicht so wichtig. Ob beim Preis doch noch etwas Luft gewesen wäre, wissen wir auch nicht. Aber Spaß hat es gemacht und die Gitarre ist klasse! Jetzt muss sie nur noch gespielt werden! Spät machen wir uns auf den langen Heimweg und kommen erst bei Dunkelheit am Campground an.

Marissa feiert ihren zweiten Geburtstag und wir sind dazu eingeladen. Die Partyzone am Camper ist hübsch geschmückt und nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen. Oft sitzen wir mit Nicole und Lothar abends zusammen. Inzwischen ist es länger hell und viele Abende schon angenehm warm.

Am Palmsonntag beginnen schon morgens die ersten Prozessionen der ereignisreichen Osterwoche. Die Straßen werden dazu mit bunten Blumen geschmückt.

Am Mittwoch besuchen wir am späten Nachmittag eine Prozession mit 100 kleinen Mädchen, die allesamt als Engel verkleidet sind.

Für Gründonnerstag hat sich Uwe mit Familie für zwei Nächte angekündigt.

Dann ist der Campground ganz in schwäbischer Hand!

Bilder

„In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare.“
(Aristoteles, 384-322 v. Chr.)